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Als ich am nächsten Morgen erwachte und mich auf die Seite
drehte, kam mit einem Mal eine Erinnerung. Kerkylas, nun schon so lange nicht
mehr unter uns, lag neben mir und lud mit seiner breiten Brust ein, sich
anzuschmiegen. Als ich mich dem Wachtraum hingab, nahm ich wahr, dass ich in
Gedanken schon in des Phaon Armen angekommen und der tote Gatte wieder
verschwunden war. Ich verlangte danach, umschlungen zu werden von diesem
Menschen, mich seinem jungen, starken Begehren zu überlassen, von dem ich noch
gar nicht wusste, ob es wirklich geworden war.
Ich träumte davon, mich an seiner
Brust zu vergraben und dort aufgehoben zu sein, dachte an den Glanz seiner Schönheit
im Schlummer wie im Wachen.
Er, Adonis gleich.
Ich berührte seine Seite und weckte ihn mit einem Kuss. Plötzlich
warf ich mich herum. Du musst wahnsinnig sein! Das Verlangen machte mich
schwach.
"Sappho?", fragte ich mich, "sechsundfünfzigmal hast du nun den Sommer
kommen sehen, hast du nicht genug gehabt?
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